WIE DIE SCHULE ENTSTAND...


Die Schule wurde 1942 gegruendet und nannte sich "Istituto Tecnico Femminile", ein technisches Institut fuer Maedchen. Sie blieb es bis 1980, als experimentelle Kurse eingefuert wurden- zuerst im Bereich Sprachen und Biologie und ein paar Jahre spaeter auch in Mathematik und Informations-Wissenschaften. Die Kurse waren fuer Maedchen wie auch fuer Jungen offen, mit entsprechender Aenderung des Schul-Images. Von da an war sie als "I.T.F. mit Maxi-sperimentazione Globale" bekannt, doch Ende der ¢80 wurde sie in "I.T.F. Giordano Bruno" erneut umgenannt. 1993 wurde beschlossen, sich einem experimentellem Projekt fuer die Reform der hoeheren Schulen in Italien anzuschliessen, dem "Progetto Brocca" (Herr Brocca war der Kommissions-Leiter des Projekts). 1998 hatte die Schule ihre alte Identitaet nunmehr fast verloren und wurde offiziell zum "Istituto Tecnico fuer Attività Sociali Giordano Bruno". Zwei "technische" Kurse fuer Maedchen wurden allerdings weiterhin gefuehrt: einer in Mode und Design, der andere in Haushaltslehre.

 

PROGETTO BROCCA


Der Sinn des Projekts "Brocca" ist ueber die Grenzen der traditionellen Aufteilung der hoeheren Schulen in Italien hinauszugehen, da diese als ueberholt empfunden wird und nicht mehr dem Beduerfnis einer modernen Gesellschaft entspricht. Ein Versuch also, die verschiedenen Elemente zu vereinbaren: die Kritische und Humanitaere Bildung der Gymnasien mit der Foerderung der technischen und kreativen Kapazitaeten der Wissenschaftlichen- und Berufs-Schulen. Die Schueler/innen sollen nicht nur lernen zu verstehen, sondern sich auch ein Verhalten aneignen, das sie praktisch im Zusammenhang mit den Veraenderungs-Prozessen (die typisch sind fuer unsere Zeit), anwenden koennen.
In unserer Schule wurden die drei experimentellen Zweige (Sprachen, Biologie, sowie Technologie und der sogenannte Wissenschhaftliche Zweig) beibehalten, doch mit Brocca-Erneuerungen versehen, also wurde die Stunden-Anzahl fuer jedes Fach manchmal radikal veraendert und neue Faecher eingefuehrt, insbesondere im Wissenschaftlichen Zweig.
Das Projekt Brocca stellt die Rolle des Schuelers und dessen unbeschwerte positive Entwiklung in den Mittelpunkt des Lern-Prozesses. Unsere Schule verfolgt aktiv diese Ziele, findet darin eine wichtige Voraussetzung fuer ein erfolgreiches Lernen und foerdert so die Unabhaengigkeit der Schueler/innen wie auch gleichzeitig eine enge Lehrer-Schueler Zusammenarbeit.

 

ZIELE


Folgende sind wichtige Bildungsziele der Brocca-Kurse:
· Aneignung von Sprach-Kompetenz
· Aneignung der Kapazitaet des Nachforschens
· Bewusstheit von Entwiklungs-Prozessen und der Relativitaet von Gesichtspunkten
· Entwiklung von Aestetik, Kreativitaet und Planung

 

AKTUELLE SITUATION


Die Schule ist in den letzten Jahren konstant gewachsen und hat nun 1.146 Schueler/innen (5% davon sind Auslaender) und 147 Lehrer. Es gibt 11 Sekretariats-Zustaendige und 20 Hilfskraefte.

 

ORGANISATION


Bei der Einschreibung koennen die Schueler/innen zwischen fuenf Zweigen waehlen:
· Sprachen
· Biologie
· Wissenschaft und Technologie
· Mode und Design
· Haushaltslehre
Die Kurse haben eine Dauer von fuenf Jahren und enden nach einem staatlichen Examen mit der allgemeinen Hochschul-Reife. Diese fuenf Jahre sind in zwei Phasen aufgeteilt: die ersten zwei und die letzten drei Jahre. Im ersten "biennio" sind zwei drittel der Faecher in allen Brocca-Zweigen gleich, so dass die Schueler/innen die Moeglichhkeit haben zu wechseln, wenn sie merken, dass sie anfangs die falsche Wahl getroffen haben. Auch in den nicht-Brocca-Zweigen sind die Faecher in den ersten zwei Jahren identisch. Im Durchschnitt hat ein/e Schueler/in 12 Faecher pro Jahr und 34 Unterrichts-Stunden in der Woche. Die Schul-Woche dauert von Montag bis Samstag, jeweils von 8,20 bis 13,25 Uhr.

 

BESCHREIBUNG DER ZWEIGE


Im sprachlichen Zweig lernen die Schueler/innen Englisch und Franzoesisch in den ersten zwei Jahren und eine dritte Fremd-Sprache, Deutsch oder Spanisch, in den letzten drei. Ausserdem wird Latein in allen fuenf Jahren unterrichtet. Pro Fremd-Sprache gibt es eine woechentliche Konversations-Stunde mit einer Muttersprach-Lehrerin. Unabhaengig vom jeweiligen Zweig entfaellt eine betraechtliche Stunden-Anzahl auf die Wissenschaftlichen und Humanistischen Faecher, um die Schueler/innen eine breite Studien-Basis zu ermoeglichen. Die Beliebtheit dieses Sprachzweigs kommt zum Teil daher, dass es ein gut eingespieltes Schueleraustausch-Programm mit anderen Laendern beinhaltet. Erst in den letzten Jahren werden auch in anderen Zweigen raegelmaessige Kulturaustausche organisiert.
In den Wissenschaftlich-Technologischem Zweig liegt das Hauptgewicht, wie der Name schon sagt, im Zusammenwirken zweier Bereiche, wobei aktives experimentieren in den Laboratorien am wichtigsten ist. Gleichzeitig soll durch das Verstehen der Wirkung moderner wisenschaftlicher Entwiklung, auch die ethische Verantwortung, durch das Studium von Faechern wie Italienisch, Geschichte, Philosophie, Recht und Englisch, gefoerdert werden.
Die gleichen humanistischen Faecher befinden sich im biologischen Zweig, dessen Schwerpunkt auf Faechern wie Biologie, Chemie, Anatomie, Mikrobiologie und molekulare Biologie liegt. Kurs-Ziel ist, neben der Erweiterung der Kritik-Faehigkeit und der einer soliden kulturellen Wissensbasis, auch Gewandheit im Labor-Bereich im Hinblick auf Gesundheits- und Oekosystems- problematiken. Ein Teil des 4ten (12ten) Jahres entfaellt naemlich auf woechentliche Praktikas im gelernten Bereich.
Bei den nicht-Brocca-Zweigen besteht das Hauptanliegen in der Vermittlung praktischer Faehigkeiten und so gilt bei beiden Kursen das Ziel nach Schulabschluss direkt ins Berufsleben ueberzuwechseln. Die Schueler/innen folgen Lehsungen ausserhalb der Schule und besuchen Austellungen, Fabriken und Betriebe um Produktions- und Organisations- techniken zu erlernen. Es wird ueberprueft, ob es moeglich ist, dass auch diese Kurse ins Brocca-Projekt aufgenommen werden koennen.

 

PROJEKTE


Schueler/innen und Lehrer nehmen an Projekten teil, die enge Beziehungen mit aussenstehenden Institutionen und anderen Schulen entwikeln. Diese Projekt Arbeiten beginnen oft im 2ten (10ten) Jahr und sind fester Bestandteil des 4ten und 5ten Jahres. Hierbei arbeiten meist zwei Klassen zusammen, damit auch Sozialisierung und Kooperation gefoerdert werden. Das Thema des Zweijahres Projektes ist meistens von den Schueler/innen ausgesucht und die Forschungsarbeiten werden von einem Tutor geleitet. Circa 10% der kompletten Stunden-Anzahl sind dem Projekt gewidmet, so dass viele Lehrer versuchen Freiraume fuer das Projekt zu finden. Oft bedeutet die Projekt-Arbeit eine zeitweise Unterbrechung des normalen Rythmus der Schulaktivitaeten und ist somit nicht immer unproblematisch, doch sehr beliebt durch die einheitliche Sicht der Wissensvermittlung, die oft unerkannte Qualitaeten und Talente der Schueler/innen zum Vorschein kommen laesst. Die Schueler/innen selbst scheinen die informellere Angehungsweise zu moegen und empfinden die Arbeiten als zufriedenstellend.